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14. Januar 2026

Geschäftsführer der ab-data im Neujahrsinterview

ab-data Geschäftsführer Dr. Bremkamp im Neujahresinterview - hier zuletzt auf der VOIS-Stadion-Tour 2025 in Berlin.

Geschäftsführer Dr. Bremkamp im Neujahresinterview – hier zuletzt auf der VOIS-Stadion-Tour 2025 im Berliner Olympiastadion vor der VOIS-Anzeigentafel.

Der Geschäftsführer der ab-data Dr. Markus Bremkamp stellt sich im großen Neujahrsinterview Anfang 2026 den Fragen des Redaktionsteams der ab-data. Dabei geht er sowohl auf Themen des Jahres 2025 als auch 2026 ein. Den Abschluss bildet ein klares Statement zur Zukunft des kommunalen Softwaremarktes. Das Interview wird nachfolgend auszugsweise wiedergegeben.

Geschäftsführer mit Rückblick auf 2025

Redaktion: Herzlich willkommen in 2026! Es war ja viel los im letzten Jahr – wie fällt dein Fazit für 2025 aus?

Markus Bremkamp: Es war das wohl spannendste und arbeitsreichste Jahr meiner über 25-jährigen Zeit bei ab-data. Auf vieles blicke ich gerne zurück, einige Entwicklungen verfolge ich mit großem Interesse, einiges hätte ich mir gerne aber auch anders gewünscht

Redaktion: Fangen wir mit den Highlights an?

Markus Bremkamp: Ja, gerne. Zu denen gehört auf jeden Fall die perfekt organisierte VOIS-Stadion-Tour in sechs faszinierenden Bundesligastadien. Das modernste Stadion dabei für mich Leipzig, die schönste sicher Berlin, das beeindruckendste Dortmund. Noch mal ein großes Kompliment an das VOIS-Orga-Team – ihr habt einen tollen Job gemacht!

Ebenfalls sehr gefreut hat mich die Leistungsfähigkeit unseres ab-data Teams. Die Anforderungs-Dynamik wird ja nicht eben kleiner – und das machen wir alles parallel für zwei Entwicklungen. Wir haben unsere gesteckten Ziele fast alle erreicht, sowohl in der VOIS|FIWE- als auch in der Klassikentwicklung, hier v.a. die erfolgreichen Zertifizierungen und zahlreichen Elster-Transferentwicklungen. Hier erinnere ich mich z.B. sehr gerne an die erfolgreiche Pilotierung des digitalen Gewerbesteuerbescheids mit Stadt/Amt Bergen auf Rügen.

Redaktion: Schauen wir auf die Schattenseite – was hättest du dir anders gewünscht.

Markus Bremkamp: Natürlich hätte ich gerne auch im Sinne meines Vaters und Firmengründers die fast 50-jährige Familientradition des Unternehmens fortgeführt. Aber wir haben uns angesichts der allgemeinen politischen und kommunalen Gesamtsituation entschieden, dass wir auf noch mehr Größe und Wachstum setzen wollen.

Wir freuen uns, dass wir hier mit dem Forum Family Office einen strategischen Privatinvestor ins Unternehmen holen konnten, der unseren Weg und unsere Wert mitlebt. Mit ihm sichern wir den weiteren Ausbau der Arbeitsplätze, den Standort Velbert sowie die Verwirklichung der großen VOIS-Finanzwesenmission unseres gesamten Teams.

Dass wir dies nun im Verbund mit weiteren zum Forum gehörenden Unternehmen wie HSH, brainSCC oder Naviga noch effizienter umsetzen können, verbuche ich ebenfalls auf der positiven Seite. Dieser unser Schritt hat schließlich im besten Fall sogar noch positive Auswirkungen auf die gesamte VOIS-Plattformentwicklung sowie den neu ins Leben gerufenen VOIS-Verein.

VOIS mit einem eigenen Verein

Redaktion: Das ist ein gutes Stichwort – wozu braucht es einen Verein? Du engagierst dich neben deinem Job als Geschäftsführer der ab-data ja nun auch noch im VOIS-Vereinsvorstand…

Markus Bremkamp: Ja, das hätte ich mir auch nie gedacht (lacht!). Aber die Realität fordert es ein. Wenn ein neues Digitalisierungsministerium auf einmal hunderte von Milliarden EUR zur Verfügung hat, dann wollen plötzlich ganz viele neue Player da was von abhaben. Nicht nur ich frage mich da: brauchen wir die alle wirklich – bringen sie uns in Deutschland weiter?

Nun – mit  VOIS sind wir schon ganz lange im Markt – und das nicht wegen der vielen neuen Milliarden. Mittlerweile haben bereits über 65 Prozent aller deutschen Kommunen die VOIS-Plattform im Einsatz. Und das nicht ohne Grund. Ich würde mir wünschen, dass  die neue Bundespolitik das Vorhandene mit dem Neuen zu kombinieren versucht. Sie würde da schnell erkennen, dass wir bereits viel zu bieten haben und am Ende –  wenn auch vielleicht auf unterschiedlichen Ebenen – dieselben Ziele verfolgen.

Wäre es nicht genial, wenn wir gemeinsam mit unseren Kommunen dieses riesige Potenzial zur Standardisierung, Digitalisierung und interkommunalen Zusammenarbeit mit VOIS nutzen könnten? VOIS ist zudem noch eine souveräne Lösung aus Deutschland. Wir sehen doch, wie andere Großmächte unsere Abhängigkeiten zunehmend auszunutzen versuchen. Sollten wir nicht anfangen, auf uns selbst zu schauen?

Wir als Vertreter des deutschen, privaten Mittelstandes kennen den Markt. Die Allheilmittel zur Gesundung des Standorts Deutschland müssen nicht aus den USA, China oder Russland kommen. Und sie sollten auch nicht durch eine im Zweifel wettbewerbsverzerrende Strukturpolitik zugunsten allein öffentlich-rechtlicher Auftraggeber herbeigewünscht werden.

Weil wir für die Verbreitung dieser Botschaft allein zu klein sind, gründen wir den VOIS-Verein oder binden wir das Forum bei ab-data ein. Über die neue Größe streben wir gemeinsam mit der VOIS-Community mehr politische Wahrnehmung an. Denn schließlich haben wir mit VOIS eine richtig gute Botschaft und einen noch besseren Lösungsansatz zur Digitalisierung der deutschen, kommunalen Infrastruktur.

Geschäftsführer mit Ausblick auf 2026

Redaktion: Angenommen, die Botschaft verfängt nicht; welche Gefahren siehst du dann auf uns in Deutschland zukommen?

Markus Bremkamp: Die neue Regierung setzt offensichtlich verstärkt auf Digitalisierung via Zentralisierung und Standardisierung. Und sie scheint es ernst zu meinen. Das ist gut. Aber wir dürfen nicht denselben Fehler wie beim OZG machen. Denn hier scheiterte das an sich gute Ziel letztlich an einer fehlenden und zugleich nachhaltig finanzierten An- und Einbindung der Fachverfahren. Etwas Ähnliches könnte uns jetzt auch bei zentralen (Bundes-)Registern drohen.

Hier bieten wir über den VOIS-Verein unsere Unterstützung mit unseren VOIS-Standards an. Und dazu suchen wir aktiv das Gespräch v.a. mit bundespolitischen Entscheidungsträgern. Dazu gehen wir dieses Jahr auch auf zahlreiche eher politisch geprägte Messen und Veranstaltungen wie die Smart Country Convention in Berlin im Herbst 2026.

Redaktion: Was plant ihr noch?

Markus Bremkamp: Oh sehr viel – insgesamt fast 25 Veranstaltungen. Wir veranstalten z.B. neben der KommDigitale in Bielefeld insgesamt vier regionale VOIS-Anwenderkonferenzen. Besonders freut mich hier, dass wir die Anwenderkonferenz West am 22. April 2026 in unsere Heimatstadt Velbert holen konnten (Ergänzung: hier geht es zur Veranstaltungsübersicht: https://ab-data.de/news/).

Redaktion: Zu guter letzt: Wie geht es mit VOIS-Entwicklung voran?

Markus Bremkamp: Machen wir uns nichts vor – die komplette Neuentwicklung einer so komplexen Software wie das Finanzwesen ist eine Herkulesaufgabe. Dabei kommen uns natürlich die etablierten Entwicklungsstandards der VOIS-Entwicklung sowie das Netzwerk entgegen. Mit jedem fertigen Modul sind wir sofort in einer bereits installierten VOIS-Plattformumgebung ohne Zusatzaufwand lauffähig – und das mit bewährter VOIS-Haptik, Optik und Prozesslogik.

Jedes weitere VOIS-Fachverfahren erhöht so die Anwenderfreundlichkeit und Wirtschaftlichkeit des Kunden. Das ist einigartig im Markt! Diese Perspektive treibt uns an und lässt uns auch die einen oder anderen Schmerzen der Doppelbelastung überstehen. Und wenn wir dann merken, wie gut die neuen Lösungen ankommen, dann motiviert das zusätzlich. Insofern freuen wir uns z.B. sehr, dass wir unsere Modellkunden für den VOIS-Gesamtumstieg 2027/2028 alle zeitnah finden konnten oder auch jetzt schon Anfragen und Bestellungen für 2028/2029 erhalten haben.

Redaktion: Vielen Dank für das Gespräch.

Markus Bremkamp: Ich habe zu danken – euch sowie natürlich auch unseren Partnern und Kunden für das Vertrauen in ab-data.

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